Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V.

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Buchbeschreibungen

 
 
 

Kraftshof - Haus- und Sozialgeschichte eines nürnbergischen Dorfes

Rainer Fensel

 


Kraftshof im Knoblauchsland war schon oft Gegenstand von Veröffentlichungen. Dabei standen immer wieder der Herrensitz der Familie Kreß von Kressenstein und die Wehrkirche St. Georg im Mittelpunkt. Der vorliegende Band rundet das Bild des Ortes ab, indem er sieh erstmals mit den Menschen des Ortes, den Bauerngütern, in denen sie lebten und den Grundherrschaften, denen sie unterstanden auseinandersetzt.
Das Buch beginnt mit einem Überblick der Ortsgeschichte von der Gründung bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Dabei wird detailliert auf die Entwicklung der grundherrlichen Verhältnisse eingegangen. Aber auch empfindliche Einschnitte für die Menschen des Ortes wie die Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges und die Auswirkungen der Abschaffung des Lehenwesens im 19. Jahrhundert werden sorgfältig beleuchtet.

Der vorliegende Band ist im Wesentlichen ein Häuserbuch, in dem die Besitzerwechsel der sechzig Häuser des Altortes annähernd lückenlos durch Jahrhunderte dokumentiert werden konnten. Es stützt sich auf die Auswertung unzähliger Quellentexte aus allen Archiven, die zu diesem Thema Materialien besitzen. Dabei wurden Steuerkataster ebenso ausgewertet wie Inventuren, Urkundenbücher Verkaufsurkunden. Geburts-, Heirats- und Sterbebücher, Dokumentationen über Rechtsstreitigkeiten und Briefwechsel. Trotz eines erschwerten Zugangs zu neuzeitlichen Daten wurden die Neubauten und ihre Eigentümer oder jeweiligen Besitzer im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten aufgenommen.
Im Folgenden geht der Autor detailliert auf die Familiennamen des Ortes ein. Er gibt einen Einblick in das dörfliche Leben früherer Zeit, berichtet von Rechtsstreitigkeiten, über die man heutzutage nur schmunzeln kann, gibt einen Tagebuchauszug aus den Jahren 1759 - 1799 wieder und bietet einen Überblick über die Händler und Gewerbetriebenden des Ortes.
Es folgt ein statistischer Teil, in dem die Empfängnisse und Geburten seit 1634 ebenso dargestellt werden wie die Entwicklung männlicher und weiblicher Vornamen, das Heiratsverhalten, die Bevölkerungsentwicklung überhaupt. Weiter wird eingegangen auf die Kraftshofer Kirchweih, Schule, Vereinsleben, ledige Mütter, Dienstboten und Taglöhner, Überlebenschancen der Kinder. An eine ausführliche Darstellung der Organisation und Verwaltung des Dorfes wurde ebenso gedacht. So liegen die Dorfordnungen von 1563 und 1634 im Originalwortlaut sowie in einer Transskription mit Erläuterung vor.
Interessant sind auch die Auswirkungen der bay. Heimatgesetzgebung, die an ortsbezogenen Beispielen gerade hinsichtlich der Armenunterstützungspflicht und der Ansässigmachung spür- und nachvollziehbar dargestellt werden.
Abgerundet wird der 600 Seiten starke, sehr schön und ansprechend gestaltete Band durch eine Vielzahl aktueller und historischer Fotografien und Abbildungen sowie durch ein umfassendes Namens- und Ortsregister. 655 Seiten viele SW-Abbildunngen und Fotos.

 
Rainer Fensel

 

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Titelbild - BAND 9

 


 
 

Uffenheim - Häusergeschichte von 1530 bis 1945

Gerhard Rechter

 


Uffenheim, 1103 als Offenheim, Heim des Mannes Offo, erstmals genannt, kam 1266 an die Herren von Hohenlohe, 1331, sicherlich aber 1349, war es zur Stadt herangewachsen.1378 kauften die Burggrafen von Nürnberg Stadt und Amt Uffenheim, welche das Schicksal des Fürstentums Brandenburg-Ansbach bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1806 teilten.
Vielleicht noch unter den Hohenlohe war die Siedlung auf den bis zum Ende des Alten Reiches gültigen Umfang (ca. 8,7 ha) erweitert und ummauert worden.Seit dem ausgehenden 16. Jh. wuchs Uffenheim mit der oberenVorstadt vor dem Würzburger Tor, die allerdings im 30jährigen Krieg eingeäschert und erst seit Anfang des 18. Jh.s wieder aufgebaut wurde, über die Mauer hinaus. An der Straße nach Ansbach bildete eine Ziegelhütte einen Siedlungskern, um den sich im frühen 18. Jh. die untere Vorstadt bildete. Größere Erweiterungen folgten nach 1880 bzw. mit den Siedlungsbauten der 1930er Jahre . Am 11./12. April 1945 wurde ein großer Teil der Stadt, darunter auch das Rathaus mit dem Stadtarchiv, bei Kämpfen zwischen deutschen und US-Truppen durch amerikanischen Artilleriebeschuß in Schutt und Asche gelegt.

Titelbild - BAND 9

Die Häusergeschichte umfaßt ca. 550 Anwesen mit 536 Hausnummern. Geboten werden für jedes Anwesen eine kurze Beschreibung, die Größe der Zugehörungen sowie die zu leistenden Abgaben und (als Schwerpunkt) die Liste der Eigentümer. Für letztere gelang - trotz der durch die Quellenlage verursachten Lücken - die Anbindung an das markgräfliche Salbuch von 1530 fast flächendeckend, vereinzelt gar an dasjenige von 1435 bzw. an das Reichssteuerregister von 1495/97. In der Regel werden die Eigentümer ab 1603 bzw. ab 1668 nachgewiesen; die Reihe endet mit dem Mai 1945. Beigegebene Stadtpläne ermöglichen die Lagebestimmung der Häuser. Personen-, Orts- und Sachregister erschließen das Gebotene. Eine zusammenfassende Einleitung soll auf erste Ergebnisse aufmerksam machen.
Der erarbeitete Fundus ermöglicht nicht allein Einblicke in die Entwicklung der städtischen Topographie und stellt erstmals auch das Wissen um die Uffenheimer Sozial- und Wirtschaftsgeschichte auf eine sichere Basis. Darüberhinaus werden sichere Grundlagen für die Erarbeitung der sogenannten Städtepolitik nicht allein der Markgrafen von Ansbach, sondern auch der Grafen von Hohenlohe gelegt. Damit greift diese Häusergeschichte weit über den lokalen Bezug hinaus und in die fränkische Territorial- und Landesgeschichte hinein. Dem lokalgeschichtlich Interessierten aber soll sie die Möglichkeit geben, Näheres über diese Stadt, die vielleicht auch die Seinige ist, ihre Häuser und ihre ehemaligen Bewohner in Erfahrung zu bringen.

 
Gerhard Rechter

 

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